Psychosoziale
Wohngemeinschaft
für junge Erwachsene
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Bielstrasse 4
2545 Selzach
T: 032 641 23 48
F: 032 641 23 50
noscresco@bluewin.ch

 


Konzept der psychosozialen Wohngemeinschaft
für junge Erwachsene

 

Zielgruppe:
Die Wohngemeinschaft richtet sich spezifisch an die Bedürfnisse von jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 bis 30 Jahre mit den verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbildern/ psychosozialer Problematik, welche mittel- oder längerfristig Begleitung und Unterstützung in ihrem Alltag, im Rahmen einer betreuten WG benötigen.
Aufgenommen werden auch bis zu 2 Personen zwischen 16 und 18 Jahren.

Voraussetzungen:

  • KEINE akute Selbst- und Fremdgefährdung

Anzahl Plätze:
Die Wohngemeinschaft bietet Platz für 9 Bewohner/innen und 1 Tagesplatz

Aufenthaltsdauer:
Individuell, gemäss Verlauf und Förderungsplanung, von ca. 6 Monate bis mehrere Jahre.  Es werden aber auch Menschen für  mehrere Wochen für ein Time - Out
aufgenommen.

 

Haus und Umgebung:
Die Wohngemeinschaft liegt in Selzach in der Nähe des Dorfkerns und nur wenige Fussminuten vom Bahnhof und Einkaufsmöglichkeiten entfernt.
Sie verfügt über ein Haupthaus und einen Pavillon.

Beschreibung Haupthaus:
Parterre: Küche, Toilette, Wohnzimmer, Esszimmer, Büro/ Piquetzimmer

  • Stock: Badezimmer, 1 Zweierzimmer, 2 Einerzimmer
  • Stock: Dusche, sep. Toilette, 4 Einerzimmer, Aufenthaltsnische, Dachstock

ausgebaut
Keller
Veranda und Balkon

Beschreibung Pavillon:
Parterre: kleine Küche, 2 Toiletten, Grossraum als Atelier, Waschküche
1.Stock:: Grossraum als Aufenthaltsraum, Bewegungsraum, 1 Einerzimmer

Zudem verfügt die Wohngemeinschaft über einen Garten.

 

 

Personal:
Das Betreuungsteam besteht aus Personal der Psychiatriefachpflege. Zudem absolvieren alternierend Lernende in der Ausbildung zur Psychiatriepflegefachperson und Schülerinnen des Sozialjahres ein Praktikum

Die Wohngemeinschaft wird von Montag – Freitag von 07:00 – 22:00 und am Wochenende von 09:00 – 22:00 Uhr betreut. Über  Nacht ist ein Piquetdienst im Hause.

In regelmässigen Teamsitzungen werden die Arbeit und deren Qualität überprüft und wenn nötig angepasst.
Es wird grossen Wert auf eine offene Kommunikation gelegt. Die Leitung vertritt die Interessen gegen Aussen. Innerhalb des Teams wird grossen Wert auf eine basisdemokratische Zusammenarbeit gelegt.
Regelmässig finden Fallbesprechungen,

 


Grundsätze:

  • Die Bewohner/innen sollen sich in einem familiären Rahmen wohl fühlen können. Sie sollen sich, unter der Berücksichtigung des sozialen Zusammenlebens, nach ihren individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten entwickeln und entfalten können.
  • Unter sozialem Zusammenleben werden gegenseitige Rücksichtsnahme, Einbezug in die Partizipation der Bewohner/innen, gestalten einer offenen Kommunikation und Lernen auch als sozialen Prozess (Lernen am Modell) zu betrachten, verstanden.
  • Es wird ressourcenorientiert gearbeitet, Mitentscheidungsprozesse, Mitverantwortung und Autonomie jeder einzelnen Bewohnerin/ jedes einzelnen Bewohners werden gefördert. Es werden aber auch, wo nötig, klare Strukturen gesetzt, damit sich die Bewohnerin/ der Bewohner angemessen orientieren und sich sicher fühlen kann.
  • Es wird einerseits an verschiedenen Möglichkeiten, Ressourcen zu erkennen, zu fördern und zu stärken angesetzt und den Alltag abwechslungsreich zu gestalten; andererseits soll ein geregelter Tagesablauf zur nötigen Stabilität beitragen.
  • Durch das gemeinsame praktische Tun sollen lebendige Erfahrungs- und Lerngelegenheiten geschaffen werden, die einem Alltag “der Normalität” entsprechen.

 

Ziele:

  • Förderung der Selbständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Krisen erkennen und Strategien entwickeln
  • Geregelte Tagesstruktur
  • Freizeitgestaltung
  • Förderung der Selbstkompetenz und Sozialkompetenz
  • Berufsabklärungen/ (Wieder)-Integration im Arbeitsfeld
  • Eigenständigkeit im Bereich Wohnen

Angebote:

  • Begleitung, Unterstützung und Förderung in den Aktivitäten des täglichen Lebens
  • Haushaltstraining
  • Kochen
  • Interne Beschäftigung
  • Bildung
  • Freizeitgestaltung
  • Angehörigen Arbeit
  • Koordination mit den ext. Stellen
  • Unterstützung in der beruflichen (Wieder-) Eingliederung
  • Unterstützung im Finden einer selbstständig(er)en Wohnform

 

Haushaltstraining:
Jede Bewohnerin/ jeder Bewohner übernimmt gemäss des Ämtli- und Putzplan einen Teilbereich des Haushaltes. Für die Zimmerordnung und persönliche Wäsche sind sie selbst zuständig. Sie werden in all diesen Bereichen nach individuellem Bedarf angeleitet und unterstützt.
 
Mahlzeiten/ Kochen:
Das Frühstück wird individuell jedoch bis spätestens 08:00 eingenommen. (Ausnahme Wochenende).
Das Mittagessen und das Abendessen werden gemeinsam eingenommen. (Ausnahme Beschäftigungsbedingte Abwesenheit.)
Ziel: Leben in der Gemeinschaft fördern, Raum und Zeit für Austausche, Gewährleistung einer regelmässigen und ausgewogenen Ernährung.

Das Mittagessen wird vom Personal gekocht. Das Abendessen kochen Betreuer/innen und Bewohner/innen gemeinsam.
Ziel ist auch dabei die Förderung und das (Wieder) Erlangen der Selbständigkeit.
Zudem wird regelmässig gebacken und eigene Lebensmittel werden hergestellt.

Wochenprogramm/ Interne Beschäftigung:
Als Übergang besteht die Möglichkeit einer internen Beschäftigung wie Werken, Backen, Haus- und Gartenarbeit nachzugehen.

Atelier:
Am Morgen besteht die Möglichkeit unser Atelier zu besuchen. Die Angebote werden den individuellen Bedürfnissen angepasst. (Werken, malen, lernen, erledigen von persönlichen administrativen Aufgaben, etc.)
Ziel: Manuelle Fähigkeiten entdecken, fördern und stärken; Wissen erneuern und erweitern, Übernahme von Selbstverantwortung für persönliche Angelegenheiten

 

 

Gruppensitzung:
Zwei Mal pro Woche findet eine Gruppensitzung statt. (Inhalte: Wochenplanung  besprechen, Themen je nach Bedarf.)
Ziel: Fördern von effektiven Kommunikations- und Beziehungsmuster,
Entscheidungsprozesse fördern, Durchsetzungsvermögen stärken.

Bildung/ Diskussion/ Kultur Forum:
Wöchentlich wird ein "Bildungsnachmittag" bzw. ein „Kulturforum“ zu einem Thema durchgeführt. Dabei soll es um Lebenspraktische Themen, wie auch Themen rund um das Weltgeschehen gehen. Z.B. Umgang mit Computer, Gesundheitsförderung, Bewältigungsstrategien, Diskussion über das aktuelle Weltgeschehen, kulturelle Besichtigung, etc. (Die Inhalte sollen sich auch an den Bedürfnissen der Betroffenen richten.)
Ziel: Umgang mit Freizeit,kulturelles Verständnis fördern, Sensibilisierung und Bezug zum Weltgeschehen schaffen.

Bewegung:
1 x pro Woche findet unter der Leitung unserer Körpertherapeutin eine Bewegungsgruppe statt.
Ziel: Bezug zu sich und Körper schaffen

Freizeitaktivität:
Nach Bedarf findet das Angebot  gem. Freizeitaktivitäten statt. Diese wird von Bewohner/innen (mit Unterstützung der Betreuung) organisiert. 
Ziel: Umgang mit freier Zeit erlangen, soziale Prozesse fördern und stärken.

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Angehörigenarbeit:
Die Angehörigen in das Geschehen der Wohngemeinschaft einzubeziehen ist der Wohngemeinschaft ein wichtiges Anliegen. Deshalb werden (nach Bedarf) regelmässige Austausche und Anlässe organisiert.

 

Individuelle Betreuung:
Bezugspersonensystem, individuelle Dokumentation, regelmäßige  Einzelgespräche, Gespräche mit externen Stellen, Angehörigen, regelmäßige Standorte um Ist- Zustand zu überprüfen, Ziele und Maßnahmen zu evaluieren und neu zu formulieren.

Bezugspersonensystem:
Jede Bewohnerin/ jeder Bewohner erhält nach Eintritt in die Wohngemeinschaft eine Bezugsperson. Diese führt regelmässig Einzelgespräche durch. Sie ist für die Durchführung von Standortbestimmungen, um Ist- Zustand zu überprüfen, Ziele und Maßnahmen zu evaluieren und neu zu formulieren, verantwortlich. Sie koordiniert die Zusammenarbeit mit den Angehörigen und externen Stellen.
Für jede Bewohnerin/ jeden Bewohner wird eine individuelle Dokumentation geführt.

 

Aufenthaltsphasen:

 

Orientierungsphase:
In dieser Zeit geht es darum, die Bewohnerin/ den Bewohner  in den Tagesablauf der WG, in das gemeinsame Zusammenleben einzuführen, einander gegenseitig kennen zu lernen, und gegenseitige Erwartungen und Bedürfnisse zu klären. Fähigkeiten/ Ressourcen und Defizite werden erfasst. In dieser Phase wird die Beteiligung am Rahmenprogramm der WG erwartet. (Die Teilnahme am Wochenprogramm und die Übernahme eines Ämtlis.)

Nutzungsphase:
Nach der Orientierungsphase findet ein erster Standort statt. Die Dauer der Nutzungsphase ist individuell. In dieser Phase geht es darum die Bewohnerin/ den Bewohner Schritt für Schritt auf individueller Ebene in der Selbstständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL’S) zu unterstützen, begleiten und zu fördern. Das Haushaltstraining wird sukzessive aufgebaut und eine externe Tagesstruktur (falls noch nicht vorhanden) wird eingefädelt.
Während der Nutzungsphase finden regelmäßig Standorte statt um die Ziele gemeinsam mit der Bewohnerin/ dem Bewohner zu überprüfen, neu zu formulieren und das weitere Procedere zu planen.

Stabilisierungsphase:
Auch diese Phase ist von individueller Dauer.
Hat die Bewohnerin/ der Bewohner soweit die notwendige Selbständigkeit erreicht. Kann er in der WG bleiben, bis er/ sie sich für ein selbständig(er)es Wohnen stabil genug fühlt.

Ablösungsphase:
Die Bewohnerin/ der Bewohner ist nun bereit in eine selbständige Wohnform oder eine Wohnform mit einer geringeren Betreuung zu wechseln. Sie/ er wird dabei unterstützt eine geeignete Wohnform zu finden.
Aufnahmeverfahren:

 

Anmeldung:
Die Anmeldung erfolgt via Sozialdienst einer Institution oder Gemeinde, Mandatsträger oder ambulante Betreuung.

Voraussetzung:
Die Finanzierung muss gesichert sein. Dazu wird eine schriftliche Kostengutsprache mit gültiger Unterschrift verlangt. Zudem müssen die Bewohner/innen sowohl über eine Haftpflichtversicherung, wie auch Krankenversicherung verfügen.

Vorstellungsgespräch:
Vor der definitiven Aufnahme findet ein Vorstellungsgespräch statt. Im Aufnahmegespräch werden die Ausgangslage, die Indikation und die Motivation geklärt.

Schnuppertage:
Auf Wunsch können vor einem definitiven Eintrittsentscheid Schnuppertag(e) vereinbart werden.

Vertrag:
Die Bewohner/innen unterschreiben nach Eintrittsentscheid einen Vertrag mit den allgemein geltenden Bestimmungen der WG.

Eintrittstermin:
Der Eintritt erfolgt am nächst möglichen Termin.


Allgemeine Bestimmungen

Rechtsform:
Private Einzelfirma .
Die Wohngemeinschaft ist politisch und konfessionell neutral und steht unter der Aufsicht des kantonalen Amts für soziale Sicherheit des Kantons Solothurn ASO).

Finanzierung:
Die Kosten der Wohngemeinschaft werden durch die IV/EL, Sozialhilfe oder ev. durch die Bewohner/innen selbst finanziert.
Bewohner/innen:
Die Tagestaxe beträgt 140.-. Darin inbegriffen sind die Wohnungskosten, Unterhalts- und Haushaltskosten, der Betreuungsaufwand, Ausgaben im Rahmen von Gruppenaktivitäten.
Nicht inbegriffen sind:
Kleidergelder, Versicherungen, Toilettenartikel, persönliche Taschengelder, persönliche Reisekosten, Medikamente und ärztliche Untersuchungen.
Tagesplatz:
Die Tagestaxe beträgt 70.- pro Tag. Darin inbegriffen sind die Mahlzeiten, Betreuung und Gruppenaktivitäten.
Kosten bei Abwesenheit:
Bei externer Mahlzeiteneinnahme (begründet)  werden pro Mahlzeit 6.- gutgeschrieben, bzw. zu diesem Zwecke ausbezahlt. Bei Abwesenheit durch Spital- Klinikaufenthalt oder Ferien werden 80% der Tagespauschale verrechnet.

Ärztliche Betreuung:
Eine ärztliche Betreuung wird vorausgesetzt. Dabei haben die Bewohner/innen freie Arztwahl. Zudem hat die Wohngemeinschaft einen Heimarzt.

Heimarzt:
Dr. med. Thomas Reinhart
Bielstrasse 9
2545 Selzach

 

Siehe auch:

Anmeldungsformular

Wochenprogramm

Hausordnung